Äthiopien
Aus der ursprünglichen Heimat des Kaffees, in der auch heute noch wild wachsende Kaffeebäume ganze Wälder bilden, stammen ganz hervorragende, unverwechselbare Kaffees. In der Region "Kaffa" wurde der Kaffee (der Überlieferung nach schon im 9. Jahrhundert) von Mönchen als Genußmittel konsumiert, um während der nächtlichen Gebete wach zu bleiben.
Weltweite Berühmtheit erlangte seinerzeit der Mocca, der seinen Ursprung in der Region "Jemen" hat. Weitere Kaffees, denen man einen exzellenten Geschmack nachsagt, sind z.B. der Yirgacheffe, der Djimma, der Sidamo oder der Harrar. Die mitunter sehr deutlichen, geschmacklichen Unterschiede sind wohl auch ein Grund, warum Äthiopien einen vergleichsweise recht hohen Eigenverbrauch an Kaffee hat. Heutzutage ist Äthiopien von allen afrikanischen Staaten der Hauptexporteur gewaschener Arabica-Bohnen. Etwa 12 Millionen Äthiopier leben direkt oder indirekt vom Anbau des Kaffees. Die Kaffeeindustrie untersteht der (ECMC) Ethiopian Coffee Marketing Corporation die einen Großteil des Exportmarktes kontrolliert. Ein Teil des Kaffees wird jedoch täglich auf Auktionen gehandelt, die als Drehscheibe zwischen Äthiopien und den Haupt-Exportländern Deutschland, Frankreich, Japan, USA und Saudi-Arabien fungiert.

Charakter: Äthiopischer Kaffee besitzt ein würzig-mittelkräftiges Aroma und eine eine mittlere bis intensive Säure. In der Tasse besitzt er einen runden, würzig-vollmundigen, mitunter fruchtigen bis weinigen Charakter.
Anbauhöhe: 1.200 m - 1.900 m ü.M.
Blütezeit: ganzjährig
Erntezeit : ganzjährig
Hauptanbau :
Yirgacheffe, Sidamo, Djimma Harrar, Bebeka, Kaffa, Ghimbi


Brasilien
Im Jahre 1720 wurde der Kaffee aus Französisch-Guayana nach Brasilien eingeführt - heute ist Brasilien mit etwa 30% am Weltmarktanteil das wohl mächtigste Kaffee - Anbauland der Welt. Es werden sowohl Arabica-, als auch Robusta-Bohnen geerntet, die in den verschiedensten Geschmäckern und in den unterschiedlichsten Preisklassen erhältlich sind.
Brasilianischer Kaffee eignet sich wegen der geringen Säure und seines relativ neutralen Geschmacks hervorragend für Mischungen; insbesondere in Italien wird recht viel Brasil-Kaffee (meist Robusta) für Espresso - Mischungen eingesetzt. Die Klassifizierung der einzelnen Kaffeesorten ergibt sich u.a. aus dem Namen der Ursprungsregion oder auch des Verschiffungshafens. Unter "Brasil Santos NY2, 17/18" versteht man im Kaffeehandel z.B. einen gewaschenen Arabica-Kaffee, der einer festgelegten Qualität (NY2) entspricht und eine bestimmte Bohnengröße besitzt (Siebgröße 17 bis 18). Ist ein Kaffee qualitativ eingestuft, so kann er nach diesen Angaben an der Börse in New York gehandelt werden. Der Käufer kauft auf Basis dieser Anbagen ein, manchmal ohne vorher ein Muster gesehen oder probiert zu haben.

Charakter: Brasilianische Kaffees weisen teils erhebliche gemaschmackliche Unterschiede auf, allgemein gilt jedoch für sie ein weicher, naturmilder Geschmack und ein geringer Säuregehalt. Das Vorurteil, brasilianischer Kaffee sein recht stark, resultiert daraus, daß er eine der Grundlagen für Espressoröstungen darstellt.
Anbauhöhe:
800 m - 1.100m ü.M.
Blütezeit: September - Februar
Erntezeit:
April - September
Hauptanbau:
Santos, Minas, Bahia, Paranaguà
Kaffeepflanzen: ca. 4 Mio.



Columbia
Kolumbien ist der weltweit zweigrößte Erzeuger von Arabica-Bohnen mit ca. 13 Mio. Sack (á 70 Kg) nach Brasilien mit ca. 22 Mio. Sack (á 60 Kg). Aus Kolumbien kommen ausschließlich sogenannte "washed arabicas", (gewaschene Arabica-Bohnen).
Etwa 70% aller kolumbianischen Kaffeepflanzen wachsen auf modernen Plantagen, 30% auf mittleren bis kleinen, familienbetriebenen Plantagen. Eine dortige private Organisation, die FNCC ("Federación Nacional de Cafeteros de Colombia") sorgt seit 1927 in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Regierung u.a. für den Erhalt der Kaffee-Qualität. Dieses z.B. durch Schulungen der Kaffeebauern, Qualitätskontrollen u.v.m. Des weiteren exportiert die FNCC selbst (zur Zeit etwa die Hälfte der Gesamt-Exportmenge), sodaß die Bauern ihren Kaffee direkt an die FNCC zu gesicherten Mindest-Abnahmepreisen verkaufen können. Dieses garantiert den Bauern die Abnahme, unabhängig davon, wie hoch die Ernte ausfällt. Hierdurch ist die FNCC in der Lage, die Exportmengen und damit den Weltmarktpreis für kolumbianischen Kaffee zu kontrollieren. Deutschland importiert z.Zt. etwa 25% aus Kolumbien.

Charakter: Kolumbianischer Kaffee besitzt einen vollen, aromatischen Körper. Mitunter schmeckt er leicht nussig. Eine mittlere bis gute Säure und eine gute Magen-Verträglichkeit zeichnet kolumbianischen Kaffee aus. Supremo Großbohniger, recht gleichmäßig ausgesiebter Kaffee Excelso Etwas kleinbohnigerer Kaffee als Supremo, etwas weicher & säurebetonter
Anbauhöhe: 1.100 m - 1.900 m ü.M.
Blütezeit: ganzjährig
Erntezeit:
ganzjährig
Hauptanbau:
Bogota, Medellin, Armenia, Manizales, Bucaramanga
Kaffeepflanzen: ca. 2,7 Mio.

Costa Rica Tarazzu
Costa Rica hat einen bedeutenden Namen, wenn es um gewaschene Arabica-Kaffes geht. Auf den nährstoffreichen, gut durchlässigen Böden vulkanischen Ursprungs wachsen sowohl optisch als auch geschmacklich hoch-qualitative Kaffees, die u.a. wegen ihrer sehr feinen Säure und ihrer guten Fülle in der Tasse zu den besten der Welt zählen.
Die "SHB"-Kaffees (Strictly Hard Bean"-Kaffees aus Anbauhöhen zwischen 1.200 und 1.600m), jedoch vor allem die "Cru" - Gewächse aus den Regionen Tarrazu und Tres Rios gelten allgemein als die `Créme de la Créme` aus Costa Rica. Aus Costa Rica stammen ausschließlich Arabica-Kaffees; der Anbau von Robusta-Kaffee ist verboten, um die Export-Qualität und damit die Jahresabsätze zu gewährleisten. Kaffees die nicht den hohen Export-Qualitätsanforderungen entsprechen, werden mittels einer blauen Lebensmittelfarbe gefärbt und an die Bevölkerung Costa Ricas verkauft.
Charakter: sehr gute Säure, sehr gute Fülle, sehr aromatisch - besonders für French Press-Kannen geeignet -
Anbauhöhe:
650 m - 1.600 m ü.M.
Blütezeit:
Februar - Mai
Erntezeit: (Zentral-Regionen) : Nov. - Feb., (Atlantische Regionen) Aug. - Dez
Hauptanbaugebiete: San Jose,Santiago,Tarrazu, Tres Rios,Tres Nubes
Kaffeepflanzen: ca. 400 Mio.

Cuba
Nach Cuba gelangte der Kaffee Mitte des 17. Jahrhunderts aus Haiti. Heute liefern die Arabica-Plantagen etwa 0,027 % des Kaffees der Welt. Die Pflanzen wachsen in nur 300 - 500m Höhe.

In Anbetracht der Qualität des Kaffees bedauert man die niedrige Lage der Hänge Cubas. Der beste cubanische Kaffee ist der Turqino oder Extra Turquino, wobei es sich bei Turquino eher um eine Güteklasse und weniger um eine Anbauregion (wie beim jamaikanischen Blue Mountain) handelt. Die staatlich kontrollierte Produktion wird numerisch standarisiert bewertet, weshalb die exotischen Namen lediglich nach Größe sortierte Bohnen bezeichnen (" Extra Turquino", "Turquino", "Altura", "Montana" und schließlich "Cumbre" für sortierte, perlenförmige Bohnen). Nur Säcke, die eine Bewertung von 1, 2 oder 3 (von 9) erhalten, werden exportiert, da die Zahlen den Anteil beschädigter Bohnen angeben.
Der Großteil der cubanischen Ernte wurde früher in die UdSSR und ihre Satellitenstaaten exportiert; heute ist der "Turquino" als Gourmetkaffee erhältlich.

Charakter: Voller Körper mit einem leicht rauchigem Aroma
Rösttiefe: Mittel bis stark, ausgezeichnet zum Mischen
Anbauhöhe:
350 m - 500 m ü.M.
Erntezeit: November bis Januar
Hauptanbaugebiete: Guantanamo, Santa Clara, Pina del Rio

Dominikanische Republik
Die Dominikanische Republik teilt sich die Antilleninsel Hispaniola mit der Republik Haiti und ist wie ihr westlicher Nachbar ein von Revolutionen und Armut gebeuteltes Land, auch wenn inzwischen demokratische Wahlen abgehalten werden und etwas Stabilität eingekehrt ist.
Die beste Anbauregion liegt im Südwesten, in Barahona, andere feine Kaffeesorten kommen aus Juncalito und Ocoa. Die Kaffees, die auch als Santo Domingo bezeichnet werden, sind mild und vollmundig im Geschmack mit feiner Säure und angenehmem Aroma. Im Gegensatz zum haitianischen Kaffee handelt es sich bei dem in der Dominikanischen Republik angebauten Kaffee größtenteils um gewaschene Ware, was auf eine überdurchschnittliche Qualität hindeutet.
Charakter: Ausgewogener Geschmack; insgesamt besitzt dieser Kaffee eine ausgeprägte Säure
Rösttiefe: mittel bis stark
Anbauhöhe:
600m - 1.500m ü.M.
Blütezeit:
Februar - Mai
Erntezeit: November - Februar
Hauptanbaugebiete: La Paz, Barahona, Cibao, Santiago

Entcoffeiniert [Columbia]
Dieser entcoffeinierte kolumbianische Hochlandkaffee ist besonders für Herz- und Kreislaufempfindliche Personen und auch als Nachmittags- und Abendkaffee geeignet.
Wir verwenden kolumbianischen Hochlandkaffee hierfür, da dieser sich der körperreiche, vollmundige Geschmack dieses Kaffees auch nach dem Entkoffeinieren durchaus sehen lassen kann. "Fein" gemahlen erhält man daraus auch einen schönen Espresso.
Charakter:
Anbauhöhe:
1.100m - 1.900 m ü.M.
Hauptanbaugebiete: Bogota, Medellin, Manizales, Bucaramanga

Guatemala s.h.b.
Guatemaltekischer Kaffee galt einst als einer der besten Kaffees der Welt, bis die Qualität mangels Sorgfalt bei der Ernte und ungleicher Sortierungen zeitweise stark nachließ.
Heute zählt er u.a. durch seinen ausgewogenen, elegant-würzigen Geschmack wieder zu den Top 10. Die ersten Kaffeebäume wurden ca. 1750 von Jesuiten nach Guatemala verbracht. Heute wächst Kaffee hauptsächlich im südlichen Bereich rund um die vulkanischen Berghänge der Sierra Marde und im Gebiet Antigua. Auf diesen fruchtbaren Böden erntet man erlesene Arabica-Bohnen, die als SHB-Bohnen (strictly hard beans) bezeichnet werden. Ab 1.500 m Anbauhöhe gelten Kaffeebohnen als SHB-Bohnen, die zu den Spitzenqualitäten zählen. Den Exporthandel bestreiten Privatunternehmen, während die "Asociación Nacional de Cafe" (Anacafé) die meisten anderen Bereiche der Industrie kontrolliert. Durch die besonders großbohnigen Maragogype-Bohnen oder auch "Elefanten"- oder "Riesenbohnen" genannt wurde Guatemala eine neue Aufmerksamkeit gewidmet.
Charakter: Allgemein gilt guatemaltekischer Kaffee als vollmundig und herzhaft-ausgewogen. Er wird von einer feinen Säure und einer sehr guten Fülle geprägt.
Anbauhöhe:
300 m - 2.000 m ü.M.
Blütezeit:
Januar - Juni
Erntezeit: Oktober - März
Hauptanbaugebiete: Antigua,Santa Rosa,Coban, Atitlán, Huehuetenango

Hawaii Kona fancy s.h.b.
Da Hawaii zu den U.S.A. gehört, ist dies der einzige Kaffee, der in den U.S.A. angebaut wird. Der immens hohe Preis ist ein Resultat starker Nachfrage aus Japan und erklärt sich unter anderm dadurch, dass der Kaffee nur auf etwa 30 Kilometern entlang der Westküste angebaut wird. Der Kaffeeanbau erfolgt an den Hängen des Vulkans Mauna Loa im westlichen Kona-Distrikt auf Hawaii, der größten Insel des Archipels im zentralen Nordpazifik.
Trotz der Tornados, die hin und wieder die Hawaii-Inseln heimsuchen, herrschen geradezu ideale klimatische Bedingungen für den Kaffeeanbau: das richtige Maß an Regen und Sonne und keinen Frost. Die Wachstumsbedingungen sind hier tatsächlich so gut, daß Kona weltweit die höchsten Erträge an Arabica-Kaffee verzeichnet, und dies bei gleichbleibend hoher Qualität. Der beste Kona-Kaffee wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet, es sind aber auch Plantagen- und biologische Kaffees erhältlich.
Charakter: intensives Aroma bei einer sehr feinen Säure; manch einer behauptet, man schmecke die "Meeresbrandung der Küste" heraus...
Rösttiefe:
hell bis mittel
Anbauhöhe: 250m - 750 m ü.M.
Blütezeit:
November - Januar
Erntezeit: August - Dezember
Hauptanbaugebiete: Kona, Kealakekua

Honduras
Die Kaffee-Ernten von Honduras sind sehr gering, wenn auch die Anbauzonen in denn letzten zwanzig Jahren von 500 000 auf 1,8 Millionen Sack ausgeweitet wurden. Der erste Anbau erfolgte gegen 1808 in der Provinz Santa Ana.
Der gewaschene Arabica aus Honduras hat einen Anteil von 2% an der Welternte. Wie in den Nachbarländern wird der Kaffee nach Höhenlage klassifiziert, wobei ,,Low Grown" auch "Buen Lavado"oder"Good Washed" genannt wird und in den niedrigsten Lagen 300-950m Höhe angebaut wird. Es folgt ,,Standart" auch" De Menos Altura"oder"Prime" genannt in 950-1300m Höhe angebaut und ,,High Grown" auch "Estricta"oder"Strictly High Grown"genannt in 1300-1500m Höhe angebaut.Die gesamte Kaffeproduktion dieses Landes wird von Privatunternehmern verschifft. Der Großteil des Kaffees wird nach Deutschland und den Vereinigten Staaten importiert.
Charakter: Kaffee aus Honduras hat eine gute Säure und eine leichte Fülle. Dieser Kaffee ist sehr mild und ist besonders zum Mischen geeignet.
Rösttiefe:
von mittel bis stark
Anbauhöhe: 300 m - 1.500 m ü.M.
Blütezeit:
Januar bis August
Erntezeit: Oktober bis März
Hauptanbaugebiete: Santa Barbara,Copan, Comayagua, La Paz, El Paraiso, Intibuca

Indien Monsooned
Indischer Kaffee ist aus mehreren Gründen für Kaffeeliebhaber interessant, vor allem aber wegen eines spezielen Aufbereitungsverfahrens, das als "Monsooning" bezeichnet wird. Früher, als die Waren noch per Segelschiff von und nach Indien transportiert wurden, dauerte die Überfahrt nach Europa mehrere Monate. Während der Reise waren die grünen Bohnen hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, wodurch sich der Geschmack und die Farbe veränderten und die Bohnen am Ende der Reise einen seltsamen Gelbstich hatten.
Die Verbraucher hatten sich an diese Veränderung gewöhnt und als die Verschiffungszeiten durch die modernen Dampfschiffe immer kürzer wurden, vermißten die europäischen Kaffeetrinker den gewohnten Geschmack. Um diesen wieder genießen zu können, wurde das "Monsooning" eingeführt, daß heißt, man setzt den Rohkaffee nach der Ernte mehrere Wochen den Monsunwinden und dem Regen aus durch den die Bohnen sehr stark aufquellen. Die Monsunwinde wehen im Südwesten Indiens von Mai bis Juni, und während dieser Zeit werden die Bohnen in speziellen, nach oben hin offenen Lagerhäusern etwa 12 bis 20 cm hoch geschichtet und bleiben dort fünf Tage liegen und werden immer wieder durchgeharkt. Danach werden sie in Kaffeesäcke gefüllt und den Winden des Monsuns ausgesetzt. Nach sieben Wochen werden die Bohnen handverlesen. Monsun-Kaffee ist von Oktober bis Februar erhältlich.
Charakter: Indische Kaffees haben einen schweren Körper, wenig Säure, sind weich und ausgewogen im Geschmack. Oft werden sie deshalb mit Mocca-Kaffee aus Jemen oder Äthiopien verglichen.
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 950 m - 1.450 m ü.M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: Oktober- Januar, Juli- September
Hauptanbaugebiete: Mysore, Nilgiri, Malabar, Madras, Bangalore

Indien
Indischer
Charakter: Indische Kaffees haben einen schweren Körper, wenig Säure, sind weich und ausgewogen im Geschmack. Oft werden sie deshalb mit Mocca-Kaffee aus Jemen oder Äthiopien verglichen.
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 950 m - 1.450 m ü.M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: Oktober- Januar, Juli- September
Hauptanbaugebiete: Mysore, Nilgiri, Malabar, Madras, Bangalore

Indonesien Sumatra
Neben Java wird auch auf den Inseln Sumatra und Sulawesi Kaffee angebaut. Sumatra, die zweitgrößte Insel und das Zentrum der indonesichen Ölindustrie, zählt Kautschuk und Holz zu ihren wichtigsten Exportgütern. Sumatra-Kaffee, der dem Java-Kaffee sehr ähnlich ist, wird jedoch von den Kaffeekennern bevorzugt.
Mandehling- und Ankola-Kaffees werden besonders geschätzt, wobei ersterer weltweit als der Arabica mit der höchsten Geschmacksfülle gilt. Auf der zwischen Borneo und Neuguinea gelegenen Insel Celebes, die auf Indonesisch Sulawesi heißt, wächst ein Kaffee,der sich durch ein vollmundigen Geschmack und ein exquisites Aroma auszeichnet. Die bekanntesten Kaffees kommen aus Kalossi im Süden der Insel- man achte bei Markennamen vor allem auf Celebes Kalossi- und aus Rantepao. Indonesischer Kaffee ist im allgemeinen recht kräftig und würzig, hat eine schwere Geschmacksfülle und eine dezente Säure. Zu den wichtigsten Exportländern gehören Deutschland und Japan, was für den hohen Qualitätsstandart der Bohnen spricht. Die Arabicas sind bisweilen erstklassig und zeichnen sich durch eine edle Fülle aus. Wer seinen Kaffee mit Milch und Zucker trinkt, kann bedenkenlos zu einem guten indonesischen Arabica- Kaffee greifen, ohne daß er Geschmackseinbußen zu befürchten hat.
Charakter: Ein säurearmer Kaffee mit Wucht und Fülle, konzentrierten erdig-süßlichen Aromen und betont würzigen Nuancen. Unser Sulawesi hat einen ausgeprägten Körper, wenig Säure und entwickelt eine außergewöhnlich tiefe, komplexe Geschmacksfülle mit praminenten süßen und herrlich würzigen Noten, die an üppigen Waldboden erinnern (wilde Pilze, Herbstblätter, Moos...).
Rösttiefe:

Anbauhöhe: 750 bis 1700m ü.M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: August-September
Hauptanbaugebiete: Sumatra, Java, Sulawesi, Bali, Celebes, Timor

Java
Kaffee wird im ganzen Inselstaat angebaut, und Java steht für einen der großen Namen in der Kulturgeschichte. Die Kaffeebäume wurden Mitte des 17. Jahrhunderts von den Holländern in Indonesien eingeführt - der erste auf Java geerntete Kaffee wurde jedoch angeblich schon 1712 in Amsterdam verkauft.
Im Jahr 1877 zerstörte jedoch der Kaffeerost (Schimmelpilz) nahezu alle Plantagen, und so wurden als Ersatz für die alten und anfälligen Arabica-Pflanzen Robusta-Gewächse aus Afrika importiert. Heute machen Arabica-Bohnen ca. sechs bis zehn Prozent der Gesamternte aus. Der Kaffee wird größtenteils auf kleinen Plantagen erzeugt; diese sind zu etwa 90 Prozent an der Gesamtproduktion beteiligt. Es gibt neben dem normalen Kaffee auch noch Mokka Java der eine Mischung aus Java-Kaffee und jemenitischem Mokka ist. Beschreibung: Java-Kaffee ist ein aromatischer, säurearmer Kaffee, der von Natur aus mild und sehr ausgewogen im Geschmack ist. Er ist etwas säurebetonter als Sumatra- oder Sulawesi- Kaffee und würziger im Geschmack.
Charakter:
Rösttiefe:

Anbauhöhe: 750 m - 1.700 m ü.M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: Mai bis Dezember
Hauptanbaugebiete: Jampit, Surabaja, Djarkata, Kayumas, Pankur


Jamaica
"Jamaica Blue Mountain"-Kaffee ist der wohl seltenste und meistgefragte Gourmetkaffee der Welt. Nachweislich wurde Kaffee von der Insel Martinique im Jahre 1728 nach Jamaica eingeführt (mehr noch: geschmuggelt); jedoch wurden die ersten Kaffeepflanzen erst um 1838 von ehe-maligen Sklaven kultiviert, als die Sklaverei auf dem britischen Territorium abgeschafft wurde. Entlang der Ostküste der Insel verläuft eine weitreichende Berglandschaft, die den Namen "Blue Mountain" trägt.
Den Namen "Blue Mountain" erhielt diese Bergregion, weil die teils bis zu 1.600m über dem Meeresspiegel gelegenen Bergspitzen von einem permanenten Nebel umgeben sind, wodurch sie von der Ferne betracht bläulich aussehen. Hier treffen die besten Kaffeeanbau-Eigenschaften zusammen: die optimale Höhe, ein nährreicher Boden, das richtige Maß an Regen und vor allem der dichte blaue Bergnebel. Nur Kaffee, der in genau dieser geographischen Region wächst, darf "100% Jamaica Blue Mountain" genannt werden.

Jamaica Blue Mountain-Kaffee ist übrigens der einzige Kaffee, der als Rohkaffee im Holzfass (zu 70 Kg, 30 Kg und 15 Kg exprtiert wird.
Charakter: Eine besonders feine Säure, ein klarer Geschmack, eine ungewöhnliche Süße sowie ein exzellenter Körper mit einer wunderbaren Fülle zeichen diesen Spitzenkaffee aus.
Rösttiefe:
hell bis mittel
Anbauhöhe: 600 m - 2.100 m ü.M.
Erntezeit: Dezember bis Januar
Hauptanbaugebiete: Blue Mountain, Mandeville

Kenya
Kaffees aus Kenia gehören ebenfalls zu den besten, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden. Es werden fast ausschließlich Arabica-Kaffees angebaut, die vom "Kenya Coffee Board", einer Art nationale Kaffeebörse weltweit verkauft werden.
Deutschland ist zur Zeit der Hauptabnehmer kenianischer Kaffees, da diese eine überaus feine Säure besitzen und sich damit wunderbar für hochwertige Spitzenmischungen ("Blends" eignen. Der Hauptanbau erfolgt durch Kleinbauern, die ihre Ernte bei den Sammelstellen zur Qualitäts-beurteilung abgeben. Die Kaffees werden von der Sammelstelle gewaschen werden und anschließend als trockene Ware an die Vermarktungsgenossenschaft weitergereicht. Diese Vermarktungsgenossenschaft stellt die Kaffees dem "Kenya Coffee Board" vor, welche dann durch den Versand von Mustern versucht, Käufer zu finden. Die kenianische Regierung nimmt den kaffeeanbau sehr ernst; es ist z.B. verboten, Kaffeebäume auszureißen oder zu beschädigen.
Charakter: sehr gute Fülle, einigartige Säure, mit einem hocharomatisch-kraftvollem Körper
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 1.400 m - 2.100 m
Blütezeit:
Februar bis Mai
Erntezeit: Oktober bis Januar
Hauptanbaugebiete: nord-östlich von Nairobi - Ruiru,Thika, Rift Valley

Mexico Altura
Weicher, aromareicher und säurearmer Hochlandkaffee aus dem viertgrößten Kaffee-Erzeugerland der Welt (jährliche Ernte von etwa fünf Millionen Sack zu je 69 Kg netto)

Im Jahre 1957 wurden von der Union Agricola de Cafetieros Cultures folgende Bezeichnungen der Anbauhöhen festgelegt:
600 bis 750 m ü. Meeresspiegel = "Buen Lavado"
825 bis 100 m ü. Meeresspiegel = "Prima Lavado"
1200 bis 1250 m ü. Meeresspiegel = "Altura"


Einen Großteil des Kaffees liefern die rund 100.000 Kleinbauern, während die großen Plantagen, die einst das Kaffeegeschät domimierten, heute in der Minderzahl sind. Im Schnitt liegt der Ertrag bei etwa 630 kg pro Hektar. Die besten Anbauregion ist Chipas im Süden des Landes, wo unter anderem Tapanchula- und der Huixtla-Kaffee angebaut werden. Auch aus dem südmexicanischen Bundesstaat Oaxaca kommen edle Kaffees, so zum Beispiel der Pluma Coixtepec aus biologischem Anbau.

Charakter: mild und leicht würzig im Geschmack
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 600 m - 1.250 m ü. M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: September - März
Hauptanbaugebiete: Vera Cruz, Chiapas, Oaxaca, Puebla

Mexico Maragogype
Auf der Liste der weltweiten Kaffeeproduzenten liegt Mexico zur Zeit auf Platz vier mit etwa fünf Millionen Sack Arabica-Bohnen, die größtenteils von den ca. 100.000 Kleinbauern geerntet werden.

Die dortige Kaffee-Organisation namens "Inmecafé" garantiert den Bauern einen Mindest-Abnahmepreis für Rohkaffee und steht ihnen beratend zur Seite. Neben den `normalen` Kaffeebohnen, den "Prima Lavados" oder den "Alturas" wachsen in Mexico auch die sog. "maragogype"-Bohnen, die größer und länglicher sind wie `normale`Bohnen. Manche Leute glauben, daß die besten Riesenbohnen in Mexico und nicht in Guatemala wachsen, doch Angebot und Qualität können schwankend sein.
Übrigens: Der Name "Maragogype" stammt ursprünglich aus der nordbrasilianischen Provinz Bahia, in der die Riesen-bohnen erstmals entdeckt wurden.

Charakter: Allein schon durch die Optik der "Elefantenbohnen" oder auch "Riesenbohnen" genannt ist dieser Kaffee unbedingt einen Versuch wert. Er besitzt eine angenehme, weiche Fülle und ein mildes Aroma.
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 600m - 1.250 m ü.M.
Blütezeit:
ganzjährig
Erntezeit: September - März
Hauptanbaugebiete: Chiapas, Tapanchula, Oaxaca, Vera Cruz

 

Nicaragua
Der Anbau der ersten Kaffee-Pflanzungen in Nicaragua begann um ca. 1845. Kaffeebohnen aus Nicaragua gelten als die größten Bohnen der Welt und sind reine Arabica-Sorten.
Diese Kaffees werden sowohl für Mischungen verwendet als auch ihrer Größe und damit des optisch ansprechenden Eindruckes wegen häufig sortenrein verkauft. Neben der Kaffeesorte Maragogype werden noch Jinotega und Matagalpa angebaut, die ihre Namen nach den höchstgelegenen Regionen Nicaraguas tragen. Für die Klassifikation werden die Bezeichnungen "Low Grown", "Medium Grown", "High Grown" und "Strictly High Grown" verwendet. Low Grown gilt hierbei als niedrigste Anbauhöhe (300-950m ü.M.) u.s.w.. Der Name "Maragogype" stammt ursprünglich aus der nordbrasilianischen Provinz Bahia, in der die Riesen-Bohnen erstmals entdeckt wurden.
Charakter: Kaffee aus Nicaragua hat einen leichten Körper, einen angenehmen Geschmack und eine niedrige bis mittlere Säure.
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 950 m - 1.600 m ü.M.
Blütezeit:
Februar - April
Erntezeit: November- Januar
Hauptanbaugebiete: Jinotega, Esteli, Boaco, Musun, Matagalpa

Papua Neu Guinea
Die Insel Papua Neu Guinea liegt direkt unterhalb der Äquators und ist damit für den Anbau von hochqualitativem Kaffee geradezu prädestiniert. Der Kaffee-Anbau begann auf Papua Neu Guinea erst im Jahre 1889, wodurch der Weltmarktanteil nur etwa 1% beträgt. Um 1927 wurden Kaffee-Samen des Weltbekannten "Jamaica Blue Mountain"-Kaffees nach Papua Neu Guinea geschmuggelt und dort angepflanzt.
Der "Jamaica Blue Mountain"-Kaffee gilt heute als der beste (und teuerste) Kaffee weltweit. Aufgrund der relativ gleichen klimatischen Bedingungen beider Länder und des angeblich noch fruchtbareren Bodens auf Papua Neu Guinea gedeiht der Kaffee dort noch besser als auf Jamaika selbst und erhebt sich zu einem Kaffee, den jeder einmal probiert haben sollte! Kaffee aus Papua Neu Guinea wird in Höhenlagen von 1300 bis 1800m über dem Meeresspiegel angebaut. Der Kaffee ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Über eine Millionen Menschen arbeiten direkt oder indirekt in der Kaffeeproduktion. Die Regierund garantiert den Kaffeebauern zu Beginn der Erntesaison einen Mindestabnahmepreis, diese jedoch unterstehen der Kontrolle des Coffee Industry Board mit Sitz in Goroka im Osten der Insel. Das Exportgeschäft dagegen wickeln Privatunternehmer ab.
Charakter: Kaffee aus Papua-Neu Guinea gilt als harmonisch abgerundet, fruchtig, sehr angenehm duftend, und säurehaltig. Ein voller, intensiver und mittelkräftiger Geschmack prägen diesen Kaffee, der sich wunderbar als sortenreiner Kaffee eignet.
Rösttiefe:
mittel bis dunkel
Anbauhöhe: 1.300m - 1.800 m ü.M.
Blütezeit:
Juni - Oktober
Erntezeit: November - Mai
Hauptanbaugebiete: Mount Hagen, Popondetta



Zambia
Aus Kenia und Tansania eingeführt erreichte der Kaffee Sambia zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute sind normalgroße, aber auch Riesen- und sog. Perlbohnen von dort erhältlich.
Perlbohnen sind in Ihrer äußeren Form etwas anders; normalerweise befinden sich zwei Bohnen mit der flachen Seite gegeneinanderliegend in einer Kirsche. Manchmal fehlt eine der zwei Bohnen, sodaß sich die verbleibende Bohne "allein aufwächst". Dabei wächst sie innerhalb der Kirschen-Innenwand entlang und wird über die Monate rund oder ´perlenförmig´.

Angebaut wird der Kaffee entlang der Gebirgsgruppe "Mount Muchinga", welche sich im südöstlichen Bereich Zambia´s befindet. Auch im Norden bei Kasama, in den Provinzen Nakonde und Isoka sowie im Süden unweit der Hauptstadt Lusaka wird Kaffee angebaut. In den Jahren 1996 und 1997 betrug der Kaffee-Weltmarktanteil Sambias lediglich 0,003%.
Charakter: Die besten sambischen Kaffees sind von guter bis sehr guter Qualität, in Geschmack und Preis ähnlich wie kenianischer Kaffee, wenngleich etwas milder. Häufig wird sambianischer Kaffee als eine Komponente für Espressomischungen verwendet.
Rösttiefe:
mittel, eher dunkel
Anbauhöhe:180 bis 670m
Hauptanbaugebiete: Kasama, Isoka, Nakonde